Von Pondicherry mit dem Zug geht es nach Madurai, einer wuseligen, chaotischen, lauten, satubigen Stadt, deren Haeuser auf Lehmboden zu stehen scheint und so viele Gullideckel fehlen, dass man froh sein kann, wenn man die Strasse heile ueberquert ohne hals und beinbruch und angefahren zu werden von was auch immer.
Komme abends an und finde in dem Grosstadtchaos verdaechtig schnell ein recht sauberes Zimmer, was ja auch mal toll ist.
Eine kleine tempeltour am naechsten Vormittag bevor es zum Ashram geht nehme ich mir zwar vor, werde dann aber auf eine Dachterrasse gebeten, von wo man einen tollen Blick auf den Tempel hat (ganz umsonst0, nur doof, das die Besitzter der Dachterrasse auch einen Laden haben, in dem sie natuerlich was loswerden wollen. freundlich aber zuegig verlasse ich den Laden und mach mich auf Richtung Countryside, denn das Ashram ist eine 40minuetige Fahrt von Madurai entfernt und liegt inmitten von Huegeln, Reisfeldern und schoener Natur.
Den richtigen Bus zu finden in Indien ist so ne Sache, weil jeder immer was anderes sagt und es auch keine europaeischen Zeitverhaeltnisse gibt. Ich sitze dann irgendwann mal zwischen einem Fenster und einer aelteren Lady, die sich recht breit macht.
Einmal angekommen, wird man dann aus dem Bus geworfen und latschst durch die kochende Hitze bis zum Ashramtor. Es sind ein paar nette Leute da und unser Kurs ist mit 8 Leuten echt klein aber sehr gemuetlich (in der Hauptsaison koennen es bis zu 80 Leute sein)
Unser Tagesplan sieht so aus:
5.30 aufstehen
6.00 Satsang (Gebete...)
7.30 Tee
8.00 Yoga
10.00 Brunch
11.00 Karma-yoga (selbstloser Putzdienst..)
13.30 Coaching (Yogahilfe)
13.30 Tee
14.00 Lecture (wie Unterricht, Lesen)
16.00 Yoga
18.00 Dinner
20.00 Satsang (mehr Gebete, Lieder etc)
22.00 Bettruhe
Und dann alles wieder von vorne. Der Tagesplan laesst recht kleine Zeitfenster fuer einen selber und die ersten tage redet man nicht viel um die Kraefte zu sparen und abends faellt man tot ins Bett. Nach drei Tagen verspuert man allerdings eine krasse Energie und alles scheint viel einfacher vonstatten zu gehen...das Yoga tut unglaublich gut fuer den Koerper und alles und man braucht ganz viel Gleichgewicht in vielen Posen, das auch inneres Gleichgewicht und mega Konzentration erfordert. eine super Selbstschulung. Das Essen ist meistens aehnlich, aber sehr lecker und die 2 Mahlzeiten sind absolut ausreichend, manchmal kann ich nur wenig essen, weil die Atemuebungen vor dem Yoga einen so ausfuellen. (ohne Witz, so koennen manche Yogis auch jahrelang ohne Nahrung leben, weil sie diese Uebungen immerzu machen; wir lernen ausserdem das atmung DAS Ding ist, das uns heilt, gesund erhaelt und wenn falsch praktiziert zu allen moeglichen Krankheiten fuehrt)
Ich hab noch ganz viele Bilder von einem aus unserer Gruppe, der die ganzen Festivitaeten und Prozessionen festgehalten hat, diese Fotos kommen bald.
Also, Om Na Shivaya und Gruesse,
Nine
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